5 Mythen um die Wechseljahre


Lästiges Auf und Ab
5 Mythen um die Wechseljahre
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Wenn der Östrogenspiegel sinkt, kann man nicht schwanger werden? Eine Hormontherapie macht Krebs? Und mit der Pille lässt sich die Menopause verschieben? Diese und weitere Annahmen zu den Wechseljahren halten sich beharrlich. Was stimmt davon?

Fehlannahmen auch unter Ärztinnen und Ärzten

Bis lange ins 20. Jahrhundert waren die Wechseljahre ein Tabuthema. In patriarchalischen Strukturen verloren Frauen durch den Verlust ihrer Fruchtbarkeit an Wert, und Ärzte definierten das Absinken der weiblichen Hormonspiegel als Krankheit. Auch heute geistern noch einige Mythen über die Wechseljahre umher. Selbst unter Ärzt*innen halten sich noch Fehlannahmen dazu, sagt Dr. Karin Schaudig, Präsidentin der Menopausen Gesellschaft. Dazu gehören insbesondere folgende fünf Annahmen.

  • Wer noch blutet, kann nicht in den Wechseljahren sein. Falsch: Die Wechseljahre sind ein langer Prozess, in dem die Eierstöcke nach und nach ihre Hormonproduktion einstellen. Die Blutungen bleiben nicht plötzlich aus. Stattdessen werden sie unregelmäßiger und häufig kommt es zu Zwischenblutungen. Parallel dazu spüren viele Frauen schon die typischen Wechselsymptome wie Hitzewallungen oder verstärkte Erschöpfung. Die eigentliche Menopause (also die letzte Menstruation) kann nur rückwirkend bestimmt werden. Sie ist definiert als letzte spontane Blutung, der zwölf blutungsfreie Monate folgen.
  • In den Wechseljahren muss man nicht verhüten. Falsch. Solange noch Blutungen vorhanden sind, können Schwangerschaften entstehen – auch wenn die Abstände zwischen den Blutungen lang sind. Inzwischen weiß man auch, dass vor allem zu Beginn der Wechseljahre noch spontane Eisprünge möglich sind. Diese sind teils unberechenbar und sogar im Umfeld einer Blutung möglich. Laut WHO sollte eine Frau unter 50 zwei Jahre, eine über 50 ein Jahr lang ohne Blutung sein, um auf Verhütung verzichten zu können.
  • Mit der Pille kann man die Wechseljahre hinauszögern. Falsch. Die Wechseljahre beginnen unabhängig von der Einnahme der Antibabypille. Richtig ist allerdings, dass sich mit ihr die Symptome abmildern lassen. Allerdings empfehlen Expert*innen, aufgrund der mit dem steigenden Alter häufigeren Herz-Kreislauf-Risiken das Verhütungskonzept zu überdenken und zu nicht-hormonelle Verfahren zu wechseln.
  • Die Wechseljahrbeschwerden entstehen durch den Hormonmangel. Bedingt richtig. Es ist insbesondere das Auf und Ab der Hormone, das den Frauen Probleme bereitet, sagt Dr. Schaudig. Dabei spielen nicht nur Östrogen und Progesteron eine Rolle, sondern auch die zentralen Steuerungshormone aus dem Gehirn. Die z. T. extrem schwankenden Hormonspiegel sind deshalb vor allem zu Beginn der Wechseljahre wenig aussagekräftig, den neuen Lebensabschnitt zu erkennen. Verlässlicher sind die Symptome wie Blutungsunregelmäßigkeit, Konzentrations- und Schlafschwierigkeiten, Haarausfall und trockene Schleimhäute.
  • Hormonersatztherapie macht Brustkrebs. Bedingt richtig. In einer viel beachteten Studie aus dem Jahr 2002 hatte die Hormonersatztherapie zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden das Brustkrebsrisiko erhöht. Allerdings handelte es sich um alte synthetische Gestagene, erklärte Dr. Schaudig. Heute setzt man naturnahes Progesteron oder Dydrogesteron ein, deren Risiko überschaubar ist. Bei langer Einnahme steigt auch mit ihnen das Krebsrisiko leicht. Allerdings würde nicht die Neubildung von Brustkrebs gefördert, sondern allenfalls das Wachstum vorhandener Vorstufen, sagte Dr. Schaudig. Aufgrund des Krebsrisikos und der zahlreichen weiteren unerwünschten Wirkungen ist man heute mit der Verordnung von Hormonen gegen Wechseljahrsbeschwerden insgesamt zurückhaltender und wägt Nutzen und Risiken für jede Frau ihr individuell ab.

Quelle: Ärztezeitung

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